RUHRPOTT-FILM
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Surreales Traumspiel in Schwarz-Weiß 
Giuseppe Verdis „Maskenball“ feiert am Theater Hagen eine umjubelte Premiere 
(...) An das packende Musikdrama Verdis wagt sich jetzt das Theater Hagen – und gewinnt! Nach der Premiere wurden nicht nur die drei Hauptdarsteller stürmisch gefeiert, sondern ebenso Chor, Orchester, Dirigent Florian Ludwig und Roman Hovenbitzer, der den „Maskenball“ in ein surreales Traum- und Filmspiel verwandelt. Es ist erstaunlich, welch künstlerische Kraft sich entwickelt im Theater Hagen. (...) 
Das Haus reicht mit diesem „Maskenball“ nämlich weit über provinzielle Magerkost hinaus (...) Eine morbide Kulisse mit zahlreichen Filmprojektionen, die an surreale Schwarz-Weiß-Streifen der 1930er Jahre erinnert. So lebt Riccardo auch anfangs die Leidenschaft zu seiner Geliebten Amelia in seinem Privatkino mit 18-Milimeter-Projektor aus. Heimlich, im Dunkeln, allein. Zutritt hat nur sein Page Oscar, in der Kluft eines Zirkusdirektors. Auf die Stummfilm-Zeit weist auch die Szene mit der Wahrsagerin Ulrica, die dem Grafen aus einem riesigen fletschenden Totenschädel heraus prophezeit: Er wird sterben durch die Hand seines besten Freundes. Ähnlich finster und holzschnittartig auch der Maskenball in Schwarz-Weiß, den Renato nutzt, um den Ehebrecher Riccardo zu erschießen. Der Ball mutiert zu einer von Roman-Polanski-Ästhetik angeregten Mischung aus Gespenster-Sonate und Totentanz.
(Westfälische Rundschau)

Als "Attentat auf die Phantasie" sieht Roman Hovenbitzer Verdis UN BALLO IN MASCHERA: Renato, dessen Leben von "Verwaltung, Bürokratie und Organisation" bestimmt ist (und dessen großzügiges Büro im zweiten Teil sein natürlicher Lebensraum zu sein scheint, in dem Amelia sich zurecht emotional vernachlässigt vorkommen muss und das Schaukelpferd seines Sohnes wie ein Fremdkörper wirkt), tötet Riccardo, der für Begriffe wie "Phantasie, Libertinage, vermeintliche Schwerelosigkeit" steht und der sich in seinen Traumwelten zwischen Spaß, Ernst und Selbststilisierung als geliebter Herrscher verfängt. (...) 
Häufig sieht man auf der Projektionswand die Darsteller in einer Art Rückschau oder Traumhandlungen im Stil eines Stummfilms agieren, während ein weiteres Geschehen auf der Bühne sich abspielt (sehr berührend war der Film, der Szenen von der Hochzeit Renatos und Amelias und weitere Momente aus dem Alltagsleben der kleinen Familie zeigte). (...) 
Spätestens am Schluss der Oper kann man Realität nicht mehr vom Traum unterscheiden: Illusion und Irdisches sind miteinander eng verwoben, das Spiel hinter vorgehaltenen Masken verselbständigt sich mehr und mehr, Riccardo scheint seinen Tod geradezu zu provozieren oder mindestens zu inszenieren. (...)
FAZIT: Ein durchaus eigenwilliger, aber letztlich überzeugender MASKENBALL.
(OMM / Online Musik Magazin)

Regisseur Roman Hovenbitzer gelingt gleich zu Beginn der entscheidende Kunstgriff, der den ausgiebigen Einsatz von Filmeinspielungen plausibel macht. Sein Riccardo lebt in seinem eigenen Film, einem altmodischen Stummfilm mit großen Gesten und Gefühlen fernab der Realität. (...) So überlagert die Regie zuweilen dynamisches Bühnengeschehen mit bewegten Videoeinspielungen, die zeitgleich auf einen halbdurchsichtigen Gazevorhang projiziert werden. Sie treibt die Schauermotive in den ersten beiden Akten so sehr auf die Spitze, dass sich das Publikum vorübergehend in einen Schwarz-Weiß-Horrorfilm versetzt sieht. Vom Zuschauer verlangt dies Aufmerksamkeit, es weckt sie aber auch. Wer lebendiges Musiktheater mag, kommt in dieser aufwändigsten Produktion der Hagener Spielzeit voll auf seine Kosten. (...) Hovenbitzer nimmt das tragische Sujet durchaus mit Humor und würzt die opernhaften Überhöhungen mit feiner Ironie. So versäumt es Riccardo nicht, noch einen gekonnten Hüftschwung einzulegen, bevor er, von einer Kugel getroffen, in bester Hollywoodmanier zusammenbricht.
(Westfälischer Anzeiger)
Goch (RP). "GOCH.TV – das miteinander Stadt-Fernsehen" ist nun schon seit über einem Jahr online und bietet allen Gocherinnen und Gochern die Möglichkeit, Videos rund um Goch und seine Bürger zu drehen und dann im Internet anzusehen.
INFO
Anmeldungen bis zum 15. Oktober an Sandra Schleß, info@goch.tv, Tel.: 02823-9310121.
Unter www.goch.tv finden sich bereits zahlreiche Videos von Gochern für Gocher! Dabei sind auch immer wieder Interviews fester Bestandteil der Videos.
Dabei ist es wichtig, ein Interview gut vorzubereiten und sowohl vor als auch hinter der Kamera einige Dinge zu beachten.
GOCH.TV bietet deshalb am 22. und 23. Oktober jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr in den Räumlichkeiten der Gocher Reichswaldkaserne einen Workshop an, in dem die wichtigsten Kenntnisse für das Drehen eines Interviews vor und hinter der Kamera vermittelt werden.
Neben den wichtigsten Aspekten für die richtige Planung eines Interviews besteht der Workshop aus vielen praktischen Übungen mit der Kamera.
Geleitet wird der Workshop vom Filmemacher Volker Köster. Mitmachen kann jeder, der Interesse am Dreh eines Interviews hat. Vorkenntnisse sind dabei nicht notwendig.
Der Workshop ist kostenlos, es ist lediglich eine Verpflegungspauschale in Höhe von 10 Euro pro Tag zu entrichten.

Anders altern
NRZ,  Mülheim, 29.03.2009, Thomas EMONS, Normalerweise erwarten Kinogänger im Forum Action-Filme oder Komödien. Doch am Freitagabend strömten gut 150 Zuschauer in den Saal 7 des dortigen Union-Kinos, um sich den Dokumentarfilm über das Projekt „Reichtum des Alters” anzusehen. Filmemacher Volker Köster bot seinem Publikum Action der ganz anderen Art.
Über ein Jahr hatte er das Theater Spätlese vor und hinter den Kulissen bei Diskussionen, Proben und Premieren begleitet. ”Ich bin ganz erschlagen. Durch den Film habe ich erst jetzt noch mal richtig gesehen, was wir in einem Jahr alles geleistet haben”, sagte Spätlese-Schauspielerin Hannelore Peters nach 100 sehr dichten, aber auch sehr kurzweiligen Filmminuten.
Kösters Film wurde stark durch seine Schnitte und Nahaufnahmen, wenn er einzelne Akteure und ihre Aussagen herausstellte. In dem er zum Beispiel Theaterszenen mit Kommentaren einzelner Schauspieler unterlegte oder durch eine geschickte Schnitttechnik verstand, die sehr umfangreichen Diskussionspassagen zu komprimieren und gleichzeitig aufzuzeigen, welche zentralen Aussagen aus den Podiumsdiskussion am Ende Eingang in die Handlung auf der Bühne fanden.
Die Spätlese-Schauspieler Helgard Schenk, Inge Wiechering und Jochen Keienburg waren sich nach der Premiere einig, dass Köster einen sehr einfühlsamen und damit auch sehr authentischen Film über ihr Projekt rund ums Alter gedreht habe.Tatsächlich hatte man als Zuschauer stets das Gefühl, sehr nah dran am Geschen vor, auf und hinter der Bühne zu sein, ohne sich dabei in die Rolle eines Voyeurs zu begeben. Auch wer die vorangegangenen Podiumsdiskussionen und das Theaterstück „Reichtum des Alters” verpasst hatte, war nach 100 Minuten voll im Film, wusste, was Alter in unserer Gesellschaft bedeutet, sein kann oder sein könnte. „Diesen Film wird man sich auch noch in zehn Jahren als Paradebeispiel und Lehrstück über die Arbeit des Seniorentheater und das Thema Alter anschauen können”, glaubt Regisseur Michael Bohn vom Backsteintheater. Und Klaus Bremen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband bescheinigte dem Theater Spätlese, durch den scharfsinnigen Blick auf unseren Umgang mit dem Alter und den auf uns zukommenden demografischen Wandel „viele Menschen sehr nachdenklich gemacht zu haben.” Vielleicht
gibt es ja ein Wiedersehen im Fernsehen oder bei einem Filmfestival.